Fange - Purulences Cover

Review Fange – Purulences

Rund ein Jahr nach „Perdition“ gibt es mit „Purulences“ das musikalische Gegenstück zum vorangegangenen FANGE-Album: Obwohl elektronische Elemente nach wie vor ein wesentlich für den charakteristischen Sound der Franzosen sind, steht diesmal das klassische Metal-Instrumentarium in Form von Gitarre, Bass und (nach wie vor nicht wirklich natürlich klingenden) Drums im Fokus.

Die Musik der Franzosen bleibt unterm Strich allerdings die bewährte Mischung aus Sludge-, Death- und Industrial-Metal, nur eben mit einer spürbar anderen Gewichtung. Dies äußert sich unmittelbar hörbar bei den Drums, die diesmal metallisch prügelnd mit extra viel Double-Bass daherkommen – aber auch im Mischungsverhältnis zwischen Gitarren und Elektronik. Den Saiteninstrumenten wird wesentlich mehr Platz eingeräumt, das Riff steht im Vordergrund.

In Sachen intensiver Atmosphäre und Aggressivität fügt sich „Purulences“ allerdings nahtlos in die bisherige FANGE-Diskografie ein. Dies liegt auch am charakteristischen, hasserfülltem Keifgesang von Frontmann Matthias Jungbluth. Mix und Mastering sind ähnlich fett, wuchtig und gelungen wie bei „Perdition“, für letzteres zeigt sich auch hier Alan Douches (u. a. Converge) verantwortlich. Auf musikalische Gäste wurde jedoch diesmal verzichtet, was „Purulences“ etwas gleichförmiger, aber nicht langweiliger, als die beiden Vorgängeralben macht.

„Grand-Guignol“ ist dabei aber ein überraschendes Highlight und sticht massiv heraus, fängt der Song doch für FANGE-Verhältnisse beinahe balladesk ruhig und wirklich melodisch an. Und auch diesmal bekommt der/die geneigte Zuhörer*in nur sieben Songs auf etwas über 30 Minuten auf die Ohren, was aber aufgrund des sportlichen Veröffentlichungsrhythmus seit 2023 (ein Album pro Jahr) verschmerzbar ist. Zumal es bei den Songs, die im Schnitt um die vier Minuten lang sind, auch keine Ausfälle zu verzeichnen gibt.

Somit stellen „Perdition“ und „Purulences“ so etwas wie die gegensätzlichen Filetstücke aus dem 2023er Album „Privation“ dar – was aber nicht bedeutet, dass die Franzosen das Rad grundlegend neu erfunden haben. Im Idealfall gewinnen sie jedoch durch die unterschiedlichen Herangehensweisen auf den letzten beiden Longplayern neue Fans hinzu, während die Hörerschaft, die FANGE schon ein Weilchen kennt, wieder einmal bedenkenlos zugreifen kann und mit „Purulences“ sicherlich Spaß haben wird.

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Wertung: 7.5 / 10

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