Review Amenra – With Fang And Claw (EP)

Vier Jahre hat das bislang aktuelle Album „De Doorn“ von AMENRA nun auf dem Buckel. Das macht zwar nichts, da die Band damit ein wahrlich zeitloses Werk erschaffen hat (wennschon die Band das offensichtlich anders sieht, und mit „De Doorn (Version 2)“ nur ein Jahr später eine überarbeitete Fassung veröffentlicht hat). Trotzdem freut man sich als Fan natürlich auf und über neue Musik. Dass AMENRA nun an einem Tag gleich zwei EPs herausbringen, mutet zunächst etwas sonderbar an, erklärt sich dann aber recht schnell musikalisch.

Während AMENRA mit „De Toorn“ in Titel, Layout und Musik direkt an das letzte Album „De Doorn“ anknüpfen, wirken das schwarzweiße Cover wie auch der Titel von „With Fang And Claw“ deutlich roher. So überrascht es dann auch nicht, dass die beiden Songs, die AMENRA auf diese EP gebündelt haben, insgesamt deutlich aggressiver und „oldschooliger“ ausfallen – und damit eher an die „Mass“-Reihe anknüpfen.

Das macht sich zunächst bereits durch eine deutlich kürzere Gesamtspielzeit von nur knapp 14 Minuten bemerkbar, aber auch ein höheres Tempo und deutlich mehr Gewicht auf Riffs: Nur knapp eine Minute atmosphärischer Klänge sind zu hören, ehe „Forlorn“ mit einem schwarzmetallen angehauchten Gitarrenriff und Screaming über die Hörenden hereinbricht. Dabei wären AMENRA nicht AMENRA, wüssten sie nicht sogar einen quasi durchweg harten Song spannend zu gestalten: Schon bald schieben sie einen ruhigeren Part mit herrlich angecrunchten Cleangitarren ein – über den Colin H. Van Eeckhout allerdings mit unverminderter Brutalität weiter schreit, später folgt noch ein „echter“ Cleanpart mit fragilem Klargesang, der dann aber schnell durch den wuchtigsten Doom-Metal-Part gebrochen wird, den man sich vorstellen kann.

„Salve“ ist in seiner Gesamtheit noch etwas schroffer: Die Riffs noch zähflüssiger, der Gesang noch eine Nuance extremer, die Breaks weniger entlastend. Erst nach knapp vier Minuten kommt doch noch ein Cleanpart, wird allerdings rasch wieder vom Mainriff und dem dazugehörigen Geschrei beiseite gewischt. Wie auch auf „De Toorn“ kann auch hier der zweite Song nicht ganz das Level des ersten halten – wie auf „De Toorn“ liegt das aber vornehmlich an der enormen Qualität des jeweiligen Openers.

Wem „De Doorn“ und damit die Entwicklung von AMENRA im Ganzen etwas an Härte hat vermissen lassen, wird in „With Fang And Claw“ sein Glück finden: Roher und direkter als „De Toorn“ erweckt diese EP nochmal „Mass“-Vibes zum Leben. Spannend bleibt, wie AMENRA weitermachen – ob also stilistisch eher „De Toorn“ oder „With Fang And Claw“ als Vorbote für das nächste Album zu verstehen ist.

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